Archiv für April, 2006

April 12th, 2006

Oh weh! die Flut!

Na, aber: da konnte doch jetzt wirklich niemand mit rechnen! Da schneit es zwar den ganzen Winter hindurch, die Schneewehen türmen sich meterhoch auf, Dächer brechen unter der Last zusammen, aber dass das auch mal tauen könnte, …

Aber es kam wie es kommen musste: Temperaturen knapp über null Grad (von “Frühling” kann man sicher noch nicht unbedingt sprechen) führen dazu, dass der Schnee schmilzt und die frischgeborenen Wassermassen sich auf den Weg gen Meer machen. Viele Wassermassen haben dieses Jahr, man höre und staune, die Elbe als Reiseroute gewählt.

Die Strecke ist insgesamt etwas überbucht worden, deswegen versuchen einige Hektoliter kurzfristig auf Nebenstrecken auszuweichen, was die dortigen Anlieger etwas durcheinander bringt. sie mögen keine Fremden, die sich einfach einladen, ihre Strassen belegen, und über Nacht auch in Keller und Ladengeschäfte an der Elbpromenade einsteigen. Durch entschlossenes Eimerschwingen und Sandsackbarrikadenbauen versucht man, der Schwemme Herr zu werden.

Für die Presse ist das ganze ein gefundenes Fressen. Sie schicken Schwärme von Kameraleuten und Journalisten-Lehrlingen (was braucht es schon? – Ein “Es ist sehr nass hier!” gewinnt sicher keinen Pulitzer, füllt aber Sendeminuten und kann auch von ungelernten Hilfskräften ohne sonderliche Ausbildung oder gar Deutschkenntnissen “recherchiert” werden).

Die Journalistenhorden stellen sich dann in Gummistiefeln in die Elbe und tun überrascht: “Also, das ganze Wasser! Wo das wohl herkommt?”

In einigen Überflutungsgebieten ist es schon so weit, dass man keinen Stein ins Wasser werfen kann, ohne wenigstens ein Kamerateam zu erwischen!

Es gibt zwei Lösungsansätze für diese Misere:
1. Chancen nutzen!
Warum nicht aus der Altstadt von Hitzacker ein Tauchparadies machen! – “Erleben sie unsere wunderbare Unterwasser-Altstadt!” – Dazu ein künstliches Riff aus angeschwemmten Autos und landwirtschaftlichen Geräten, das wird der Knüller für die Tourismus-Industrie und ist ohne weitere Investitionen zu errichten!
2. Das Land zurückgewinnen!
Das ist einfacher als man denkt! Der Trick ist: holt die Journalisten aus dem Wasser! Alle! Auch die Kamerateams! Das dürfte eine sofortige Senkung des Hochwasserspiegels um mindestens 20cm bewirken. Das kann leben retten!

Weiterhin könnte man auch Flut-Touristen (“Ick wollte mir nur mal det Hochwasser ankieken, wa!”) als Verstärkung der Deiche verwenden. Etwas Zement dazu, kurz umrühren, auf Sickerstellen klatschen und der Deich hält (länger)!

Noch Fragen? Ich stehe jederzeit als Berater zur Verfügung.
…Wenn mein Land mich ruft! ;)

April 12th, 2006

Fußdesinfektionsgeräte…

Jeder kennt die Geräte: sie stehen in der Nähe von Gruppenduschen in Sport- und Schwimmhallen herum. Meist haben sie ein Pedal, auf das man tritt, damit die Fußoberseite mit Desinfektionsmittel besprüht wird. Es bleibt dann dem Anwender überlassen, jenes durch geschickte Tanzschritte auch auf die Fußunterseite zu verteilen.

Danach sind die Füße (eigentlich) (tendentiell) desinfiziert.

Man muss das aber mal zuende denken: dieses Pedal ist wahrscheinlich der einzige Flecken in der jeweiligen Anstalt, der dauerhaft von nicht desinfizierten Füßen belegt ist!

Die Frage die sich aus Sicherheitsgründen automatisch stellt ist somit: Gibt es eine Maschine zum Desinfizieren der Desinfektionsmaschinen?

Und wer oder was reinigt die? Oh, Mann, jetzt wird’s kompliziert…

April 7th, 2006

Fussi in 5.1 und Geruchsfernsehen?

Na, das sind doch mal tolle Neuigkeiten! – Das ZDF möchte das im Sommer stattfindende Marketing-Grossereigniss, die sogenannte “Fussball-Weltmeisterschaft” nämlich miit Dolby 5.1 Sound übertragen!

Das klingt toll. Jedenfalls für Anthropologen.

Anthropologen, das sind Leute mit einem merkwürdigen Sinn für Begriffe wie “Arbeit” und “Humor”, die setzen sich gerne mal in Stadien und hören sich Fussi-Schlachtrufe an und leiten daraus dann den Stand unserer Kultur ab. Nicht eben sehr schmeichelhaft, wie ich finde, oder auch nur schlüssig. Da kann man sich auch die Wände in Bahnhofstoiletten durchlesen. Sehr informativ, sicher, aber auch aussagekräftig?

Die tollen Schlachtgesänge kann man sich dann jedenfalls in tollem Surround-Sound auch zuhause anhören. Ich kriege mich gar nicht mehr ein vor Vorfreude! “Ole-Ole-Ole”-Galore!

Wo ist dann wohl der akkustische “Standort” des Zuschauers? Im Publikum? Wenn ja: bei welchem Team? Oder wechselt das ständig? – Und hört man dann auch genau, wie es klingt, wenn die Spieler noch einmal auf den Rasen rotzen bevor sie sich einwechseln lassen?

Das wäre schön: “rrrrchhh-phhhe!” – Von allen Seiten!

Was uns jetzt noch an unnützen verabscheuungswürdigen Dingen fehlt ist Geruchsfernsehen zur WM. Wir wollen die Spieler stinken riechen, aber richtig! Kommt schon, ZDF-Leute! Da ist doch noch mehr drin! Gebt alles! Und scheisst aufs Geld, unser einer zahlt für sowas tolles doch gerne Gebühren! ;)