Archiv für ‘Ich lese’

Januar 31st, 2012

(Mein) Aktuelles Buch: Larry Niven und Jerry Pournelle, “Lucifer’s Hammer”

Ein Komet stürzt auf die Erde. Erdbeben, Vulkanausbrüche, Fluten, dazu noch ein Atomkrieg zwischen China und Russland, die Zivilisation am Ende – oder etwas doch nicht?

Ein ausgezeichnetes Buch, schlicht Literatur, auch wenn Science Fiction[1] dransteht. Wie und wo findet sich die Gesellschaft wieder, wenn alle Strukturen plötzlich zerstört sind? Wie kann die Menschheit überleben, wie die Zivilisation, und wie kann man das bisher gelernte Wissen bewahren?

Das Buch ist ein Hammer, nur nicht der des Lichtbringers, und hat das beste Ende eines Buches, welches ich seit langem gelesen habe.

Einziges Problem: man mag bei dunklem, regnerischen Winterwetter nur ungern eine Beschreibung einer post-apokalyptischen Welt lesen, deren Wetter genau so aussieht, wie das vor dem eigenen Fenster… ;)

[1] Wobei Science Fiction aus dem Jahre 1977 auch noch einmal was ganz anderes ist! – Dieses Buch versucht zum Glück nicht einmal, besonders waghalsige Prognosen zu tätigen, wie zukünftige Technik aussehen könnte, da es Ende der Siebziger spielt. Die einzigen Science Fiction Prognosen, die irgendwie Bestand zu haben scheinen, sind die, die in Star Trek vorkommen. Alle anderen sind rückblickend so albern wie fliegende Autos.

Januar 9th, 2012

(Mein) Aktuelles Buch: Carl Hiaasen, “Strip Tease”

Die ersten fünf(!) Seiten des Buches bestehen aus Lobhudeleien.

Na, wie schön, dass sich so viele Leute darüber gefreut haben. Das Buch ist unterhaltsam genug, aber auch nicht wirklich der Über-Knaller. Die Verfilmung mit Demi Moore hat seinerzeit sechs Goldene Himbeeren kassiert, das Buch sollte aber viel besser sein – was es sicherlich auch ist, ich habe den Film nicht gesehen.

Wo ich schon mal dabei bin, werde ich es auch zu Ende lesen, nach “Anathem” ist das aber nicht gerade eine Erfüllung. Und es ist auch bei weitem nicht so witzig, wie auf dem Umschlag behauptet wird.

Dezember 9th, 2011

(Mein) Aktuelles Buch: Neal Stephenson, “Anathem”

Wow. Ich bin beeindruckt.

Stephenson hat auf bummelig 1000 Seiten die beste Geek-Novel überhaupt geschrieben. Eine alternative Welt, unserer nicht unähnlich, und die “schlauen” Menschen leben abgeschottet in einer Art von Kloster, in dem gelernt, gelehrt und geforscht wird, statt gebetet. Und dann retten sie auch noch die Welt.

Das Buch ist ein Monster, durch das man sich erstmal durchkämpfen muss, es belohnt einen aber mit einer dichten Geschichte und einer Welt, die man am Ende des Buches ungern verlässt.

Plus: Stephenson hat ausnahmsweise mal nicht das Ende verhauen, wie zum Beispiel bei Cryptonomicon (und auch etwas bei Snow Crash, wie ich fand)!

Lesen, schwelgen, freuen – aber auch etwas mehr Zeit mitbringen!

Dezember 9th, 2011

(Mein) Aktuelles Buch: Terry Pratchett, “Snuff”

Hurra und zurück zur Scheibenwelt!

Commander Vimes hat Urlaub und klärt dabei Morde auf – was, sonst. Spannend, lustig, gehaltvoll und streckenweise weise, Alzheimer hin, Alzheimer her, der Meister hat’s noch drauf! Die Bücher kommen jetzt nicht mehr so schnell wie früher, aber so lange sie weiter so gut sind, habe ich hoffentlich noch viele schöne Scheibenwelt-Stunden vor mir!

Fazit: Kaufen! Lesen! Schnell!

Dezember 9th, 2011

(Mein) Aktuelles Buch: John Scalzi, “Old Man’s War”

Zeitreisen sind anstrengend, besonders, wenn man sie noch nicht unternommen hat!

So sagte Jens, dass ich ihm dieses Buch einmal empfohlen hätte, weshalb er es sich gekauft und gelesen hat. Nur kann ich mich weder an das Buch noch an den Autor erinnern, und es stand auch noch nicht bei mir im Bücherregal!

Bevor jetzt also die Zeitpolizei vorbeikommt und Ärger macht, habe ich das Buch schnell gelesen und mich über ausgezeichnete, schnelle, direkte Science Fiction gefreut! Ein gutes, kurzweiliges Buch, und ich werde sicher noch mehr von dem Autor lesen!

Danke Jens! – Und nils… :)

September 30th, 2011

(Mein) Aktuelles Buch: Douglas Coupland, “Player One”

Mal wieder geht bei Douglas Coupland die Welt unter. Dagegen ist im Prinzip nichts einzuwenden, die besten Vonnegut Bücher behandeln zum Beispiel Weltuntergänge. Aber dieses Buch ist uninspiriert und hat kein Ende. Nach einer interessanten Exposition stirbt irgendwann eine der Charaktere, und erklärt, was dann passiert wäre, hätte der Herr Autor die Güte besessen, das Buch zu Ende zu schreiben.

Im (langen!) Anhang gibt es dann ein Glossar mit neuen Begriffen zu unserer Zeit, wie sie schon bei Generation X erfolgreich waren. Leider sind sie nun nur noch müde, zu bemüht und zu langatmig.

Ich hoffe, dass Coupland irgendwann mal wieder ein richtiges Buch schreibt. Mit Herz und Hand und Hirn, und nicht nur zum Bezahlen der Miete.

Ich werde die nächsten jedenfalls nicht mehr blind kaufen. Der Drops ist vorerst gelutscht. :(

September 30th, 2011

(Mein) Aktuelles Buch: Steven Levy, “In The Plex”

Wie funktioniert Google? Wie ticken die Menschen dahinter? Wie fing alles an?

Steven Levy recherchierte gründlich und führte Unmengen an Interviews mit Googlern und Ex-Googlern und schrieb ein ausgezeichnetes, ausgewogenes und fundiertes Buch über die Garagenfirma, die jetzt ein Weltkonzern ist. Wer wissen möchte, wie Google tickt, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt.

Gegen Ende wird es etwas fahriger, bleibt dabei aber weiter interessant und flüssig zu lesen. Das Problem ist nun mal, dass Levy die Geschichte schrieb, während sie noch läuft und sich ständig weiter entwickelt. Da fällt es schwer, den Absprung zu finden..

Und bevor jemand enttäuscht ist: der Welterfolg Android wird nicht sehr ausführlich behandelt! – Aber vielleicht gibt es bald eine erweiterte Neuauflage..

August 23rd, 2011

(Mein) Aktuelles Buch: Burkhard Spinnen, “Bewegliche Feiertage”

Essays und Reden. Großartig. Dieser Blog-Artikel lag hier nur zu lange herum, um noch (fast ein halbes Jahr später) etwas sinnvolles und detailliertes zum Inhalt zu schreiben. Ich veröffentliche das hier trotzdem, der Vollständigkeit halber.

Lest selbst! - Burkhard Spinnen lohnt immer, wenn man mal seinen Kopf etwas bewegen möchte. Zudem findet man ihn häufig auch mal bei dem freundlichen Buchladen, der immer noch 2001 heißt, obwohl das so “letztes Jahrhundert” klingt.

- Großartiges Gehirnjogging!

August 23rd, 2011

(Mein) Aktuelles Buch: David Mitchell, “The Thousand Autumns of Jacob de Zoet”

Dieses Buch kaufte ich blind aufgrund einer Empfehlung von Douglas Coupland, glaube ich, gelesen in seinem Twitter-Stream. und es enttäuschte nicht: die Geschichte spielt um 1800 herum in einer Handelsenklave der Niederländer in Nagasaki und ist eine faszinierende Geschichte aus und über die damalige Zeit, aufeinander prallender Kulturen, Verständigung und Missverständnisse, Intrigen und Freundschaften. – Und teilweise auf Tatsachen beruhend!

Meine Empfehlung: Lesen!

Und für Sprach-Geeks gibt es nebenbei genug nachzudenken: ein Buch auf Englisch, welches die Kommunikationsprobleme von Holländern und Japanern beschreibt, die vor über 200 Jahren spielt! – Da sind so viele ..Herausforderungen drin enthalten, dass es eine Freude ist: wie authentisch ist denn die “Übersetzung” ins Englische im Buch, das wir lesen, sowohl des japanischen, als auch des niederländischen? Und wie gut lässt sich Sprache von vor 200 Jahren überhaupt mit der selben Bedeutung in unsere moderne Sprache “übersetzen”, oder “transportieren”?

Man kann sich solche Gedanken aber auch klemmen und einfach nur die Geschichte genießen… ;)

Juni 24th, 2011

(Mein) Aktuelles Buch: Christopher Moore, “Lamb: The Gospel According to Biff, Christ’s Childhood Pal”

Ich muss zugeben, dass ich das Buch schon einige Male in Betracht gezogen habe, dann aber wegen des bekloppten Zweittitels wieder weggelegt habe, der irgendwie so klamaukig klingt, wie der Titel einer Episode einer amerikanischen Comedy-Serie. Dann gab es bei reddit mehrere Empfehlungen dazu, und ich habe es dann doch gelesen – und nicht bereut!

Biff, Jesus’ Sandkastenkumpel, wird in unserer Zeit von einem Engel wiederbelebt, um sein Evangelium zu schreiben, vor allem über die Tage bis zu Jesus großen und auch bekannten Auftritten im neuen Testament. Dort (wenigstens in zwei Evangelien) wird Jesus geboren, und ist dann mit einem mal um die 30, und wir erfahren nichts darüber, was bis dahin passiert ist. Dies will / soll Biff ändern- und man staunt beim Lesen, was man alles verpasst haben könnte! Das Buch ist witzig, schlau und streckenweise sehr philosophisch. Das einzige, was man ihm vorwerfen kann, ist, dass der Autor vielleicht doch etwas zu sehr Rücksicht auf die Gefühle und Befindlichkeiten von Gläubigen Rücksicht nimmt, und sich manchmal zu sehr Mühe gibt, nicht blasphemisch zu werden, aber darüber kann man großzügig hinwegsehen.

Ein sehr gutes Buch! – Ich kann es nur empfehlen!