Archiv für ‘Burstmode [short|fast]’

Mai 3rd, 2011

Wie man die Playstation Hacker schnappen kann…

Und ich unterstelle hier mal dunkle Motive: die Jungs und Mädels werden sicherlich versuchen die Daten zu verkaufen. Oder sie stellen sie als torrent ins Netz, und alle Welt kann sie einsehen.

Wenn Sie eines von beiden machen, dann sind sie so gut wie geschnappt, denn man kann sich ja zweierlei Dingen sicher sein:

1. Sie haben / hatten selbst einen Zugang zum Playstation Network. Vermutlich konnten sie die Kosten auch noch steuerlich geltend machen, als “Fortbildung und Recherche”.

2. Sie werden nicht ihre eigenen Daten und die ihres Partners, Bruders, Schwester, etc. drin lassen, wenn sie den ganzen Schwung verbreiten, oder?

Naja, sie könnten die Daten drin lassen, aber ich möchte wetten, dass das Entfernen der eigenen Daten das erste war, was sie gemacht haben.

Menschen sind so. Und dann erstmal zufrieden mit sich. Und dann zitieren sie Homer Simpson (“D’oh!”), wenn sie gemerkt haben, dass sie das getan haben, ohne vorher eine Sicherungskopie erstellt zu haben und/oder darüber nachzudenken.

Sony, ich freue mich, behilflich gewesen zu sein, und schließe hiermit die Akten. Bitte hinterlasst mir einen Kommentar um meine Kontonummer für das Überweisen der Belohnung zu erfahren!

“I’m here to help!” ;)

April 27th, 2011

Katastrophe?

Aushang bei uns im Hausflur:

Der gelbe Zettel[1] hing erst Abends dabei. Kreative Nachbarn[2] habe ich! :)

[1] Der Zettel war übrigens gedruckt! – Ich frage mich, ob es die im Großhandel gibt, oder ob das eine Auftragsproduktion war. Kennt jemand die Bezugsquelle? Ich hätte gerne auch ein paar Blöcke davon! Die kann man immer mal brauchen!

[2] Über die Hausgemeinschaft wollte ich sowieso mal ne regelmäßige Reihe hier machen.. – Da gibt es Geschichten, die glaubt einem kein Mensch. Watch this space!

April 8th, 2011

Assange != Wikileaks

Am 12. Juli hat Julian Assange die Gelegenheit, einem Berufungsrichter zu erklären, warum er nicht nach Schweden ausgeliefert werden sollte. Na, dann: viel Erfolg. Oder auch nicht.

Mich nervt das Gehabe. Ob er nun was gemacht hat oder nicht, jeder Bürger muss sich mit Anklagen auseinandersetzen. Herr Assange hat nun genug Penunsen und Bonusmeilen und kleines Gepäck um sich schnell woanders hin abzusetzen. Es sei ihm gegönnt. Aber das ganze Gewese darum, dass er nicht nach Schweden ausgeliefert werden soll, weil ihn dann als direkte Konsequenz daraus dann in den USA die Todesstrafe erwartet? – Oh, pleeeease!!

Den Verfolgungswahn muss man erstmal haben, und den hat er sich wohl Berichten zufolge fleißig herangezüchtet, schon lange vor den letzten Veröffentlichungen von Wikileaks. Wie auch oben: meinen Segen hat er! – Paranoia ist ja für alle da!

Was mich nervt, ist, dass Wikileaks überall so tut, als ob der Heiland ans Kreuz genagelt werden soll! Wikileaks ist eine Organisation. Assange ist nur ein Teil der Organisation – wenn auch ein nicht unwichtiger. Aber er ist nicht der Heiland, sondern ein einfacher Mann.

Seinen solchen sollte er auch stehen und nach Schweden gehen und seine schmutzige Wäsche sauber waschen.

…das die Klage an sich mehr als dubios ist, ist mal ein ganz anderer Schnack: soweit ich das verstanden habe, geht es darum, dass er “ungeschützten Geschlechtsverkehr” mit zwei Damen gehabt haben soll, und zwar nach deren Ansicht ohne Einverständnis, was in Schweden ein Straftatbestand ist, der mässig übersetzt als “Vergewaltigung” bezeichnet wird.

Warum muss ich aber deshalb bei Wikileaks Merchandising Artikel kaufen können, von denen der Gewinn daraus Assange vor Gericht unterstützen soll? – Das ist doch seine bloody Privatsache!

Gesucht wird hingegen immer noch etwas Kleingeld und Hilfe für Bradley Manning, der die teuer an die Weltpresse verhökerten Leaks bereitgestellt haben soll, und seit dem in einer Form von Isolationshaft in den USA einsitzt, die den Tyrannen dieser Welt noch ein, zwei Dinge über Missachtung der Menschenrechte beibringen könnte.

#fail!

März 10th, 2011

Lieber HVV, willkommen im 21. Jahrhundert!

In Hamburg wird gestreikt, und zwar auch bei den S-Bahnen! – Man möchte denken, dass das mehrere Menschen betrifft, und zwar besonders die Kunden des Hamburger Verkehrsverbunds. Wenn man sich also informieren möchte, ob und wie man noch zur Arbeit kommt, dann sollte man – wider erwarten – auf keinen Fall die Seiten des HVV befragen!

Dort erfährt man unter “Aktuelle Fahrplanabweichungen” zwar, dass die S1 am 19. März teilweise durch Busse ersetzt wird, aber von Streik ist da nichts zu lesen.

Dafür erfährt man unter “Neuigkeiten“, dass ein Kundenzentrum nun in neuen Räumlichkeiten ist! – Auch interessant, aber …war da nicht noch was?

Die HVV-Seiten sind ein schönes Beispiel dafür, wie ein Unternehmen das Internet nicht nutzen sollte. – Dies ist 21. Jahrhundert, und das Internet ist ein Kommunikationsmedium, liebe Leute!

Ich werde mal eine schnippische Email schicken, und die Damen und Herren über den Streik informieren. Die werden sich sicher freuen und sofort reagieren.

Update folgt.

März 4th, 2011

Nachtrag: Das “Regime” in Ägypten..

Spät, aber die Redaktion der Tagesschau hat mir dann doch noch geantwortet, und zwar zur Frage, wann eine befreundete Regierung – wie die des früheren Genossen Mubarak – eigentlich zum Regime wird:

Auch Journalisten sind zu Selbstkritik fähig. Dazu ein Beispiel aus den Blogs der Chefredaktion von ARD-aktuell auf tagesschau.de
http://blog.tagesschau.de/2011/02/01/ich-habs-ja-schon-immer-gesagt/#post-8740

Ok, jetzt wissen wir’s: die Entscheidung gerät mehr nach Tagesform und Einstellung, eine Skala zum Messen der “Regimeartigkeit” gibt es also nicht. ;)

März 1st, 2011

Es ist vorbeiiii, byeeee-bye Guttenberg…

Rücktritt in 13 Minuten, sagen die Agenturen.

Ach, die Vorfreude… :)

ps: Livestream bei Phoenix

pps: arrogante Scheiße, wie gehabt – das Freiherrchen erlaubte keine Live-Übertragung des Rücktritts. Was glaubt der Mann eigentlich, wer er ist? Na, ich kann’s ihm sagen: ein ehrloser Ex-Minister. Good riddance!

Februar 22nd, 2011

Guttenberg auf Roland Kochs S(chleims)puren…

Schleimspuren im politischen Leben, man kann gar nicht so viel Essen, wie man kotzen könnte.

Super-Gutti gibt seinen Onkel-Doktor wieder zurück, was nicht geht, aber egal. Und das erklärt er in Hessen, nahe der Heimat von Roland, dem “brutalst-möglichen Aufklärer” und Aussitzer, Koch, noch so eine Schleimspur der Politik, der ebenfalls im jubelnden Publikum sitzt, und bloß nicht vor der Hauptstadtpresse, die er super fand, solange sie ihn super fand, und die schon zu seiner Erklärung am Freitag nicht eingeladen wurde. Böse Presse.

Natürlich erhält er als “Einlaufmusik”, wie ein Boxer, irgendwas von AC/DC, dabei ist er doch unrockbar, und ganz sicher kein Boxer! – Der würde sich ja stellen!

Bei Spon liest man dann noch erschütterndes:

“Ich bin bereit, mich vor die Öffentlichkeit zu stellen und nicht nur vor die Hauptstadtpresse”, sagt nun Guttenberg unter großem Jubel. “Bravo!”, rufen sie im Publikum. “Diese Herangehensweise mit Selbstkritik”, sagt Guttenberg, müsse man vielleicht “auch mal bei jenen anwenden, die die Politik beobachten”. So sei in der letzten Woche “mit Sondersendungen und allem Pipapo” über seine Dissertation berichtet worden, gleichzeitig aber der Tod dreier Soldaten in Afghanistan zur “Randnotiz verkommen”.

“Randnotizen” sind doch aber sonst sein Steckenpferd? – “Randnotizen” hätten doch auch so schön von der Affäre der kopierten Doktorarbeit ablenken können! Nur diesmal scheint das nicht geklappt zu haben, wie schade. Deswegen sagt er das auch alles in Hessen, in einer Rede ohne Widerspruch und unter “Fans”. – Sehr tapfer.

Dann:

Das Signal des Abends ist klar: Fehler gemacht, Rücktritt ausgeschlossen. Nein, sagt Guttenberg, “eine altfränkische Wettertanne hauen solche Stürme nicht um”. Noch am Montagabend hat Guttenberg seiner ehemaligen Universität einen Brief zugeleitet, in dem er um die Rücknahme des Titels bat.

Ich finde ja, dass Herr Guttenberg sich wieder seinem Job als altfränkische Wettertanne widmen sollte. – Zurück in die Baumschule, sozusagen. Aber vorsicht: Hohe Zäune zwischen den Tannen wären zu empfehlen, sonst wird am Ende noch abgekupfert!

Februar 21st, 2011

Guttenberg und die vernünftige FDP?

Hell freezes over? – Zumindest einer in der FDP macht plötzlich Sinn:

Die Kanzlerin müsse den Minister vorübergehend von seinen Aufgaben entbinden, forderte dagegen FDP-Vorstandsmitglied Wolfgang Kubicki. “Ich bitte Angela Merkel, den Minister zum eigenen Schutz und aus Respekt vor dem Amt des Verteidigungsministers abzuberufen, bis die Vorwürfe gegen Herrn zu Guttenberg endgültig aufgeklärt sind”, sagte er der “Leipziger Volkszeitung.” Der FDP-Politiker empfahl Merkel, sich ein Beispiel am Handeln des Verteidigungsministers zu nehmen. Er verwies darauf, dass Guttenberg den Kapitän des Segelschulschiffs “Gorch Fock” kurzerhand und vorübergehend abberufen habe, bis die Vorwürfe im Zusammenhang mit einem tödlichen Zwischenfall geklärt sind. Der Minister hatte seinen Schritt auch unter anderem mit Schutz des Kommandanten begründet. [Quelle: tagesschau.de]

Also: hinfort mit dem Gutherrchen! – Wir brauchen keinen neuen Kaiser, von BILD inthronisiert! Und seine Dissertation ist für mich ein willkommener Anlass, ihn “zu seinem eigenen Schutz” aus dem Amt zu entfernen.

Kann nicht bitte jemand nochmal das überpeinliche Video nehmen, auf dem Crazy Rockin’ Gutti ein T-Shirt über seinem Anzug trägt, und anbiedernd zu AC/DC zuckt, und darüber die Titelmusik vom Sandmännchen legen? Oder was hübsch volkstümliches?

Fakt ist: Gutti ist unrockbar. Und ein schleimiger Populist von Kai Diekmanns Gnaden, der so noch Kanzler wird, wenn man nicht aufpasst.

Aber unrockbar ist fast schlimmer..

Februar 18th, 2011

“Sozialnetzwerkende” Kandidaten bei der Hamburg-Wahl 2011?

Ich habe ja noch die Antworten der Kandidaten zum Thema Alkohol im Öffentlichen Personen Nahverkehr nachzutragen:

Herr Scholz hat es nicht nötig, einen seiner Vasallen abzustellen, mir auch nur eine Standardantwort zu schicken.

Nun denn, Herr Scholz, wir sind ja Nachbarn und sehen uns sicher Samstag wieder beim Brötchenholen, dann werde ich sie mal direkt fragen. Trotzdem bin ich etwas enttäuscht. Als er noch Minister war, hat er meine Emails immerhin noch persönlich beantwortet, und zwar dazu noch ausführlich und “nicht von der Stange”!

Herr Ahlhaus, der ungelenke Noch-Bürgermeister, der alles tut, um down-with-the-kids zu sein, hatte hingegen einen Büdel[1] übrig, und der schrieb mir folgendes zum Thema:

Bürgermeister Ahlhaus hat Ihre Mail mit Interesse gelesen und mich gebeten, Ihnen zu antworten.

Das halte ich für ein Gerücht, finde es aber sehr höflich.

Tatsächlich ist der Bürgermeister der Auffassung, dass ein Alkoholkonsum-Verbot im Öffentlichen Personennahverkehr ein Beitrag zu mehr Sicherheit in unseren Bussen und Bahnen wäre. Zwar schließt dies tatsächlich nicht aus, dass alkoholisierte Personen nach einem Fußballspiel oder von einem Kiez-Bummel mit den Bussen und Bahnen unterwegs sind. Erfahrungen in anderen Städten, wie Nürnberg oder auch hier im Norden im Metronom haben aber gezeigt, dass ein derartiges Konsumverbot ausgesprochen positive Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste, aber auch die objektive Sicherheit und Ordnung in den Verkehrsmitteln hat. Demgegenüber ist es durchaus zumutbar, auf den in der Regel recht kurzen Fahrten im ÖPNV auf den Konsum von Alkohol zu verzichten. Dies entspricht im Übrigen auch der Auffassung des innenpolitischen Sprechers der SPD-Fraktion, Andreas Dressel.

So läuft der CDU-Wahlkampf in Hamburg: Es mag unpopulär erscheinen, aber die SPD sagt das auch, warum hacken immer alle auf uns Underdogs rum (die dabei aber noch den Bürgermeister stellen, und daher eigentlich selbstsicherer auftreten könnten!)!

[...]
Bürgermeister Ahlhaus hat mich gebeten, Ihnen die besten Grüße auszurichten.

Wieder mal (vermutlich) charmant gelogen, aber ich freue mich trotzdem über die Antwort.

Ansonsten ist noch nachzutragen, dass die meisten Kandidaten sich ja durchaus Mühe geben, überall im Netz präsent zu sein, nur leider immer nur in eine Richtung! – Auf eine Antwort von Herrn Scholz via Twitter warte ich immer noch. Der Account wird nur als Newsticker benutzt. Irgendwo stieß ich auch auf eine (die?) Kandidatin der Linken, Christin Bernhold und ihr Blog, in dem Diskussion oder Widerspruch (oder auch Zustimmung) ebenfalls nicht erwünscht ist: die Kommentarfunktion ist deaktiviert. Via Twitter nachgefragt, antwortete mir die Dame immerhin, und sagte, dass wir das gerne im “Realen Leben” ™ besprechen könnten, was sehr nett ist, nur leider habe ich einen Job und ein Kind, und daher keine Zeit, mich tagsüber in Fußgängerzonen rumzutreiben – weswegen die Kommunikation via Internet, wenn die Medien schon genutzt werden, ja naheläge!

Naja: way to go, etablierte Parteien!

Man muss ja den Piraten nicht alles nachmachen, aber demokratischer und offener als bei denen geht’s wirklich nirgends zu.

Warten wir also ab, was der Wahlsonntag bringt! – Ich würde mich ja freuen, wenn Guidos Grinsebacken draußen bleiben, aber das ist nur meine Meinung.

In jedem Fall: geht Wählen, Kinder! – Genau so wie kein Alkohol (im ÖPNV) auch keine Lösung ist, ist es Nichtwählen in jedem Fall auch nicht[2]!

[1] Ich bitte die Wortwahl zu entschuldigen, der Herr war wirklich nett und bemüht, wie ich finde.

[2] Es sei denn, man wolle die Linke wählen, dann kann man es auch bleiben lassen. Mitmachen wollen sie ohnehin nicht, erst recht nicht in einer Koalition, und Zustimmung gibt es auch für nichts, nicht mal für eigene Herzensangelegenheiten.. – Ich kriege immer noch einen Hals, wenn ich lese, dass die Studiengebühren in NRW nicht abgeschafft werden, weil die Linke nicht mit zustimmt. Wollen die Genossen etwa Studiengebühren? -Aber nein! Sie wollen sie nur früher abschaffen, und stimmen daher dagegen! D’oh! *facepalm*

Februar 10th, 2011

heise: “Bundeskanzleramt fordert Ethik fürs Internet”

Hngh. Manchmal kann man gar nicht soviel essen, wie man kotzen möchte.

heise online berichtet über das Forum “Public Sector” des IT-Branchenverbands Bitkom in Berlin, wo der Abgesandte der Bundeskanzlerin, Michael Wettengel, Mitglied der IT-Steuerungsgruppe des Bundes und Zentralabteilungsleiter im  Bundeskanzleramt, Wörter von sich gibt, die sich weigern, Worte zu ergeben[1].

Er fordert – haltet die Luft an! – eine “Ethik im Netz”! Ich wusste nicht, dass das Netz vollkommen unethisch ist, freue mich aber natürlich über den besonderen Schutz durch die Kanzlerin!

Das Internet, so lese ich, dürfe “kein rechtsfreier Raum” sein! – D’accord, mon ami, aber hat der gute Mann denn noch nicht verstanden, dass im Internet die selben Gesetze gelten, wie im “echten” Leben? Das das Netz sehr wohl sehr gut reguliert ist? Vielleicht hält er es für besser, Ziele zu definieren, die schon (immer) erreicht sind?

Außerdem soll für die laut Frau von der Leyen vorhandene, übermächtige Bedrohung der Netzbürger durch Kinderpornographie [2] gestoppt werden, und zwar nicht etwa durch Verfolgung der Verursacher, sondern durch eine besonders gewiefte Form der Zensur: ein geheimes Committee ohne parlamentarische Aufsicht sperrt Seiten im Internet – zumindest für Leute, die keinerlei technische Kenntnisse haben, diese einfachen Schranken zu umgehen. Kurz: was wir nicht sehen, ist nicht mehr da, Problem gelöst! Und ganz nebenbei kann noch so einiges mehr gesperrt werden, egal, es wird schon niemandem auffallen, da es ja keine Rechenschaftsberichte, keine Einspruchsrechte und keine Verfahren dazu gibt! Sehr gut, das klingt toll!

Dummerweise ist das sogenannte “Zugangserschwerungsgesetz” – mit “Z” wie “Zensur”! – vorerst gestoppt. Vermutlich die einzige gute Sache, die die FDP in dieser Regierung je gemacht hat…

Grundsätzlich müsse die Rolle des Staates in der Online-Welt neu gefasst werden. Beim ersten Boom des Internets Anfang der 1990er seien staatliche Regelungen eher kritisch beäugt worden. Die jüngste Finanzkrise habe aber gezeigt, dass Selbstregulierung ihren Preis habe.

Das klingt interessant. Die unkontrollierten Banken und Fonds verursachen eine weltweite Krise, und daraus lernen wir, dass wir das Netz stärker regulieren müssen? Meine Vorschlag an die Bundesregierung wäre eher, das Netz kennenzulernen, und festzustellen, was es ist, macht, und dass die Regierung(en) schon längst (theoretisch) im Netz angekommen sind, nur noch nicht wissen, wo sie eigentlich sind.

Oh, und: könnten wir dann auch noch die Lehre ziehen, dass Banken stärker reguliert werden sollten? Das wäre doch auch schön, oder?

Wettengel stört sich an den gängigen “Phantasienamen” in Online-Foren. Normalerweise sei es ein Zeichen von Höflichkeit, dass sich der Bürger “zu sich selbst bekennt”. Er warf die Frage auf, was die “ständige Verwendung” von Pseudonymen “für Rückwirkungen auf die reale Welt haben wird”.

Och, Mensch. Und hier lernen wir endgültig, dass Herr Wettengel noch nicht weiter als bis zur Seite der BILD im Netz unterwegs war, oder? – Angenommen, Herr Wettengel, sie gehen in eine Kneipe. Ja, ich weiß, aber jetzt mal nur theoretisch. Dort geraten Sie mit anderen Personen an ihrem Tisch ins Gespräch, die behaupten, dass die Bundesregierung keinen Schimmer vom Netz hat. Sie schreiten ein, und erklären, dass einige Regierungsmitglieder sich das Internet letzt sogar ausgedruckt haben, um es zuhause zu studieren, und, und, und. Es ist nur eine Kneipendiskussion, in der sie ihre Meinung vertreten. Sie werden danach nie wieder eine Kneipe aufsuchen, haben sie beschlossen. Aber sie haben, da sie sich “zu sich selbst bekennen”, ihren (echten) Namen an die Wand der Kneipe geschrieben. Hielten Sie das für eine gute Idee? Freuen sie sich auf die folgenden zahlreichen Anrufe und Besuche zu Hause, auf die interessante Post von Leuten, die die Unterhaltung potentiell auf weniger sachliche Art weiterführen wollen?

Im Internet gibt es Leute mit Meinungen zu verschiedenen Fußballteams, Tütensaucenherstellern, Pauschalurlauben, sexuellen Präferenzen und Hobbies  - Die Liste ist lang! Und diesen Menschen wollen sie vorschreiben, ihren echten Namen dafür zu verwenden? Wer sind denn sie, dass sie glauben das verlangen zu können?

Amüsiert hat mich auch die Verwendung des Begriffs “Cyberspace”. Soll damit zum Ausdruck gebracht werden, dass die Bundesregierung auch die “coolen Ausdrücke” kennt? – Da sag’ ich mal: *lol*

Beate Lohmann, Abteilungsleiterin im Bundesinnenministerium, kündigte auf dem Forum “Leitlinien für soziale Netzwerke” für Behörden an. Bei webbasierten Diensten werde auch in den Verwaltungen oft nur an Twitter und Facebook gedacht. Wichtiger seien aber “interne Dienste für Kommunikation, Kollaboration und Wissensmanagement”.

Wie schön, wie schön. Ich wäre ja zufrieden, wenn ich mal per Telefon in Behörden jemanden erreichen könnte. Und per E-Mail? Das habe ich letzt mal versucht! – Es ging nur um eine einfache Frage. So sah die Antwort aus:

Grundsätzl. Arbeiten wir nicht per mail, zu Ihrer Anfrage müssen Sie sich von einem Notar beraten lassen

Richtig: ohne Anrede, ohne Gruß, dafür mit Abk. für das hässliche, lange Wort “grundsätzlich” (zwei Zeichen gespart, Respekt!).

Hier meine Buchempfehlungen für die Bundesregierung:

[1] Ja, da gibt es einen Unterschied.

[2] Beweis ausstehend, aber wer gegen Zensur ist, ist ja in ihren Augen für Kindesmisshandlung!