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Gruesse aus der Grossen Stadt

Schlagwort: wahl

„Sozialnetzwerkende“ Kandidaten bei der Hamburg-Wahl 2011?

Ich habe ja noch die Antworten der Kandidaten zum Thema Alkohol im Öffentlichen Personen Nahverkehr nachzutragen:

Herr Scholz hat es nicht nötig, einen seiner Vasallen abzustellen, mir auch nur eine Standardantwort zu schicken.

Nun denn, Herr Scholz, wir sind ja Nachbarn und sehen uns sicher Samstag wieder beim Brötchenholen, dann werde ich sie mal direkt fragen. Trotzdem bin ich etwas enttäuscht. Als er noch Minister war, hat er meine Emails immerhin noch persönlich beantwortet, und zwar dazu noch ausführlich und „nicht von der Stange“!

Herr Ahlhaus, der ungelenke Noch-Bürgermeister, der alles tut, um down-with-the-kids zu sein, hatte hingegen einen Büdel[1] übrig, und der schrieb mir folgendes zum Thema:

Bürgermeister Ahlhaus hat Ihre Mail mit Interesse gelesen und mich gebeten, Ihnen zu antworten.

Das halte ich für ein Gerücht, finde es aber sehr höflich.

Tatsächlich ist der Bürgermeister der Auffassung, dass ein Alkoholkonsum-Verbot im Öffentlichen Personennahverkehr ein Beitrag zu mehr Sicherheit in unseren Bussen und Bahnen wäre. Zwar schließt dies tatsächlich nicht aus, dass alkoholisierte Personen nach einem Fußballspiel oder von einem Kiez-Bummel mit den Bussen und Bahnen unterwegs sind. Erfahrungen in anderen Städten, wie Nürnberg oder auch hier im Norden im Metronom haben aber gezeigt, dass ein derartiges Konsumverbot ausgesprochen positive Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste, aber auch die objektive Sicherheit und Ordnung in den Verkehrsmitteln hat. Demgegenüber ist es durchaus zumutbar, auf den in der Regel recht kurzen Fahrten im ÖPNV auf den Konsum von Alkohol zu verzichten. Dies entspricht im Übrigen auch der Auffassung des innenpolitischen Sprechers der SPD-Fraktion, Andreas Dressel.

So läuft der CDU-Wahlkampf in Hamburg: Es mag unpopulär erscheinen, aber die SPD sagt das auch, warum hacken immer alle auf uns Underdogs rum (die dabei aber noch den Bürgermeister stellen, und daher eigentlich selbstsicherer auftreten könnten!)!

[…]
Bürgermeister Ahlhaus hat mich gebeten, Ihnen die besten Grüße auszurichten.

Wieder mal (vermutlich) charmant gelogen, aber ich freue mich trotzdem über die Antwort.

Ansonsten ist noch nachzutragen, dass die meisten Kandidaten sich ja durchaus Mühe geben, überall im Netz präsent zu sein, nur leider immer nur in eine Richtung! – Auf eine Antwort von Herrn Scholz via Twitter warte ich immer noch. Der Account wird nur als Newsticker benutzt. Irgendwo stieß ich auch auf eine (die?) Kandidatin der Linken, Christin Bernhold und ihr Blog, in dem Diskussion oder Widerspruch (oder auch Zustimmung) ebenfalls nicht erwünscht ist: die Kommentarfunktion ist deaktiviert. Via Twitter nachgefragt, antwortete mir die Dame immerhin, und sagte, dass wir das gerne im „Realen Leben“ ™ besprechen könnten, was sehr nett ist, nur leider habe ich einen Job und ein Kind, und daher keine Zeit, mich tagsüber in Fußgängerzonen rumzutreiben – weswegen die Kommunikation via Internet, wenn die Medien schon genutzt werden, ja naheläge!

Naja: way to go, etablierte Parteien!

Man muss ja den Piraten nicht alles nachmachen, aber demokratischer und offener als bei denen geht’s wirklich nirgends zu.

Warten wir also ab, was der Wahlsonntag bringt! – Ich würde mich ja freuen, wenn Guidos Grinsebacken draußen bleiben, aber das ist nur meine Meinung.

In jedem Fall: geht Wählen, Kinder! – Genau so wie kein Alkohol (im ÖPNV) auch keine Lösung ist, ist es Nichtwählen in jedem Fall auch nicht[2]!

[1] Ich bitte die Wortwahl zu entschuldigen, der Herr war wirklich nett und bemüht, wie ich finde.

[2] Es sei denn, man wolle die Linke wählen, dann kann man es auch bleiben lassen. Mitmachen wollen sie ohnehin nicht, erst recht nicht in einer Koalition, und Zustimmung gibt es auch für nichts, nicht mal für eigene Herzensangelegenheiten.. – Ich kriege immer noch einen Hals, wenn ich lese, dass die Studiengebühren in NRW nicht abgeschafft werden, weil die Linke nicht mit zustimmt. Wollen die Genossen etwa Studiengebühren? -Aber nein! Sie wollen sie nur früher abschaffen, und stimmen daher dagegen! D’oh! *facepalm*

Das „Regime“ in Ägypten..

Was ich mich immer frage: wann wird eine „Regierung“ eigentllich zum „Regime“?

Nicht nur die Kanzlerin hat den Genossen Mubarak [1] ja früher kräftig geknuddelt, auch in der Presse war bisher nie von einem „Regime“ die Rede, sondern immer vom „Partner“, oder? Und wie geht es weiter, wenn der Herr Präsident nun doch weiter im Amt bleibt, und weiter ein treuer Verbündeter im Nahen Osten ist, wie bisher? Wird das Wort „Regime“ dann wieder zurückgenommen?

Ich werde mal an die Redaktion der Tagesschau schreiben, um das zu klären. Vielleicht antworten die ja mal eher als die Herren Scholz und Ahlhaus, die sich derzeit zu fein sind, Emails zu beantworten.

Überhaupt scheinen im Hamburg-Wahlkampf mal wieder die Sozialen Netzwerke als „write-only“-Medien genutzt zu werden. Da wird zwar heftig getwitttert und was nicht alles, aber es wird kein Dialog geführt. Politik, wie wir sie gewohnt sind, also. Wenigstens im Wahlkampf hatte ich da eigentlich mehr von den Kandidaten erwartet.

[1] Mubarak: arabisch für „Kuhstall“ (ja, alt, sorry.. 😉 )

Wahl-O-Mat für die Hamburg-Wahl 2011 und einige Programmpunkte

Den neuen Wahl-O-Mat gibt es hier.

Ich habe nicht viel Neues erfahren, und keine „ach, herrje, ich soll wen wählen??“-Momente gehabt, aber damit habe ich auch nicht wirklich gerechnet..

Interessant finde ich im Ergebnis, dass alle(!) Parteien die Kita-Gebührenerhöhung wieder zurücknehmen wollen! – Auch CDU und GAL, die sie ja erst eingeführt haben! Ich meine: ich bin ja total dafür, aber.. – warum habt Ihr die dann erst eingeführt?

Total hip ist in diesem Wahlkampf übrigens die CDU, die ihre jungen, lässigen, aber spießigen (aka „traditionelle Werte“, oder so, steht auf den Plakaten, was geschickt ausgedrückt ist, weil das impliziert, dass alle anderen entweder gar keine Werte haben, oder nur so ganz doofe neumodische. Da das nicht zutrifft kann man nur schließen, dass eigentlich „spießig“ gemeint ist) Kandidaten in den Stadtteilen allesamt mit Facebook-Profil und Twitter-Account versorgt hat, wobei die zumindest den Facebook-Teil sicher noch bereuen werden, weil jetzt Kreti und Pleti deren „Freunde“ werden wollen, und deren Oma Neumünster, gerade frisch angemeldet, sich fragt, woher ihre Enkelin die ganzen Leute kennt. Und wenn dann noch ein wirklicher alter Freund unter den vielen falschen ist, und der Bilder vom Skinny-Dipping am Baggersee in der 11. postet und verlinkt, dann ist das Gejohle groß!

Aber tradionell-wertige Menschen waren sicher nie im Baggersee, jedenfalls nicht nackt, und in der 11. waren sie auch nie – die wurde übersprungen.

Polemik? – Oh, ja, Polemik. Ich entschuldige mich bei den CDU-Häschen, die Attacke war eher gegen Facebook und die Konsequenzen der Nutzung gerichtet.

Ein Freund schreibt jetzt kaum noch privates in seinem Profil, weil sein Arbeitgeber ihn vor einen Ausschuss gezerrt hat, um dort zu zeigen, dass seine Krankheitszeiten nur durch sein „exzessives Privatleben“ hervorgerufen werden. – Eine üble und unwahre Unterstellung, möchte ich hinzufügen.

Aber schreibt nur weiter alles bei Facebook, liebe Kinder, that’s entertainment! – Nur leider früher oder später auf Eure Kosten..

Interessant beim Wahl-O-Mat war die eigentlich bekloppte Frage, ob man für die Bildung eines Nordstaats mit Niedersachen, Bremen und Schleswig-Holstein wäre, wogegen natürlich alle Parteien – zu recht! – sind. Aber halt: alle Parteien? Nein! Eine kleine gelbe Spaßpartei ist, laut Wahl-O-Mat, tatsächlich dafür!

Da kann KatJA Suding, das neue Grinsehäschen, das diesmal versucht, die FDP über die 5% zu wuchten, gleich warm anziehen, was sie aber auf den Plakaten ohnehin schon macht.. – Die alberne Schreibweise auf den Wahlplakaten, KatJA hat sich scheinbar irgendein Hiwi in einer Werbeagentur ausgedacht, um eine frohe Botschaft zu vermitteln.

Er wird immer Praktikant bleiben, aber es gibt sicher später einen Aushilfsjob bei Mövenpick für Friends of Guido.

Interessant ist auch, dass die großen Parteien für ein Alkoholverbot in Bus und Bahn sind! – Wie sollen die Fußballfans denn dann bitte vom Stadium zurückkommen? Mit dem eigenen Auto? Und überhaupt, man stelle sich das vor: Bahnhof Reeperbahn am Wochende – ausgestorben! Alle zu betrunken um mitfahren zu dürfen!

Da hat wohl mal wieder jemand nur bis wochentags, 18 Uhr gedacht!

Ich werde die Kandidaten einfach mal befragen und trage die Antworten dann hier nach.

Update 1: Es heißt auf den CDU-Plakaten tatsächlich „vertraute“ Werte, nicht „tradionelle“.

Update 2: Das Alkoholverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln bezieht sich (mittlerweile?) tatsächlich bloß auf das aktive Trinken im Zug oder Bus! – Naja, ok, allemal unnötig, wie ich finde.. Hatte die Kandidaten trotzdem mal angeschrieben – bevor ich meinen Fehler merkte. Mal sehen, was kommt.

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