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Gruesse aus der Grossen Stadt

Schlagwort: twitter

Das „Regime“ in Ägypten..

Was ich mich immer frage: wann wird eine „Regierung“ eigentllich zum „Regime“?

Nicht nur die Kanzlerin hat den Genossen Mubarak [1] ja früher kräftig geknuddelt, auch in der Presse war bisher nie von einem „Regime“ die Rede, sondern immer vom „Partner“, oder? Und wie geht es weiter, wenn der Herr Präsident nun doch weiter im Amt bleibt, und weiter ein treuer Verbündeter im Nahen Osten ist, wie bisher? Wird das Wort „Regime“ dann wieder zurückgenommen?

Ich werde mal an die Redaktion der Tagesschau schreiben, um das zu klären. Vielleicht antworten die ja mal eher als die Herren Scholz und Ahlhaus, die sich derzeit zu fein sind, Emails zu beantworten.

Überhaupt scheinen im Hamburg-Wahlkampf mal wieder die Sozialen Netzwerke als „write-only“-Medien genutzt zu werden. Da wird zwar heftig getwitttert und was nicht alles, aber es wird kein Dialog geführt. Politik, wie wir sie gewohnt sind, also. Wenigstens im Wahlkampf hatte ich da eigentlich mehr von den Kandidaten erwartet.

[1] Mubarak: arabisch für „Kuhstall“ (ja, alt, sorry.. 😉 )

Wahl-O-Mat für die Hamburg-Wahl 2011 und einige Programmpunkte

Den neuen Wahl-O-Mat gibt es hier.

Ich habe nicht viel Neues erfahren, und keine „ach, herrje, ich soll wen wählen??“-Momente gehabt, aber damit habe ich auch nicht wirklich gerechnet..

Interessant finde ich im Ergebnis, dass alle(!) Parteien die Kita-Gebührenerhöhung wieder zurücknehmen wollen! – Auch CDU und GAL, die sie ja erst eingeführt haben! Ich meine: ich bin ja total dafür, aber.. – warum habt Ihr die dann erst eingeführt?

Total hip ist in diesem Wahlkampf übrigens die CDU, die ihre jungen, lässigen, aber spießigen (aka „traditionelle Werte“, oder so, steht auf den Plakaten, was geschickt ausgedrückt ist, weil das impliziert, dass alle anderen entweder gar keine Werte haben, oder nur so ganz doofe neumodische. Da das nicht zutrifft kann man nur schließen, dass eigentlich „spießig“ gemeint ist) Kandidaten in den Stadtteilen allesamt mit Facebook-Profil und Twitter-Account versorgt hat, wobei die zumindest den Facebook-Teil sicher noch bereuen werden, weil jetzt Kreti und Pleti deren „Freunde“ werden wollen, und deren Oma Neumünster, gerade frisch angemeldet, sich fragt, woher ihre Enkelin die ganzen Leute kennt. Und wenn dann noch ein wirklicher alter Freund unter den vielen falschen ist, und der Bilder vom Skinny-Dipping am Baggersee in der 11. postet und verlinkt, dann ist das Gejohle groß!

Aber tradionell-wertige Menschen waren sicher nie im Baggersee, jedenfalls nicht nackt, und in der 11. waren sie auch nie – die wurde übersprungen.

Polemik? – Oh, ja, Polemik. Ich entschuldige mich bei den CDU-Häschen, die Attacke war eher gegen Facebook und die Konsequenzen der Nutzung gerichtet.

Ein Freund schreibt jetzt kaum noch privates in seinem Profil, weil sein Arbeitgeber ihn vor einen Ausschuss gezerrt hat, um dort zu zeigen, dass seine Krankheitszeiten nur durch sein „exzessives Privatleben“ hervorgerufen werden. – Eine üble und unwahre Unterstellung, möchte ich hinzufügen.

Aber schreibt nur weiter alles bei Facebook, liebe Kinder, that’s entertainment! – Nur leider früher oder später auf Eure Kosten..

Interessant beim Wahl-O-Mat war die eigentlich bekloppte Frage, ob man für die Bildung eines Nordstaats mit Niedersachen, Bremen und Schleswig-Holstein wäre, wogegen natürlich alle Parteien – zu recht! – sind. Aber halt: alle Parteien? Nein! Eine kleine gelbe Spaßpartei ist, laut Wahl-O-Mat, tatsächlich dafür!

Da kann KatJA Suding, das neue Grinsehäschen, das diesmal versucht, die FDP über die 5% zu wuchten, gleich warm anziehen, was sie aber auf den Plakaten ohnehin schon macht.. – Die alberne Schreibweise auf den Wahlplakaten, KatJA hat sich scheinbar irgendein Hiwi in einer Werbeagentur ausgedacht, um eine frohe Botschaft zu vermitteln.

Er wird immer Praktikant bleiben, aber es gibt sicher später einen Aushilfsjob bei Mövenpick für Friends of Guido.

Interessant ist auch, dass die großen Parteien für ein Alkoholverbot in Bus und Bahn sind! – Wie sollen die Fußballfans denn dann bitte vom Stadium zurückkommen? Mit dem eigenen Auto? Und überhaupt, man stelle sich das vor: Bahnhof Reeperbahn am Wochende – ausgestorben! Alle zu betrunken um mitfahren zu dürfen!

Da hat wohl mal wieder jemand nur bis wochentags, 18 Uhr gedacht!

Ich werde die Kandidaten einfach mal befragen und trage die Antworten dann hier nach.

Update 1: Es heißt auf den CDU-Plakaten tatsächlich „vertraute“ Werte, nicht „tradionelle“.

Update 2: Das Alkoholverbot in öffentlichen Verkehrsmitteln bezieht sich (mittlerweile?) tatsächlich bloß auf das aktive Trinken im Zug oder Bus! – Naja, ok, allemal unnötig, wie ich finde.. Hatte die Kandidaten trotzdem mal angeschrieben – bevor ich meinen Fehler merkte. Mal sehen, was kommt.

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