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Gruesse aus der Grossen Stadt

Stolen Generation: Australien sagt „Sorry!“…

Die „Stolen Generation“, die „gestohlene Generation“, ist ein hier weithin unbekanntes Thema. Von etwa 1900 bis (offiziell nur) 1969 hat die australische Regierung Kinder von Aborigines mit Gewalt von ihren Eltern entfernt und sie in Heime gesteckt um ihnen eine „christliche Erziehung“ angedeihen zu lassen.
Die Theorie war, dass nur die Weißen in Australien langfristig überleben werden / können. Ein besonderes Augenmerk wurde auf „Mischlinge“ gesetzt, die man noch glaubte „retten“ zu können.

Die Praktiken waren so barbarisch wie man sich das besser nicht vorstellen möchte. Weiße erschienen plötzlich bewaffnet in Aborigines Siedlungen. Sie trieben die Kinder zusammen und verfrachteten sie auf einen LKW und transportierte sie ab. Kein Wort der Erklärung für die zurückgebliebenen Mütter.

Die Kinder wurden in Sammelstellen abgeladen. Dort wurden sie dann „kategorisiert“. Das linke Drittel war von nun an katholisch, das mittlere Drittel neu-apostolisch, das rechte Drittel anglikanisch. Dann wurden sie über das Land verteilt und „erzogen“.

Wer sich richtig den Abend ruinieren möchte, versuche den Film „Lang Walk Home“ aufzutreiben.

Australien, das heisst: die australische Regierung, hat sich nie für die schrecklichen Taten entschuldigt[1].

Bis gestern.

Nichts davon bei tagesschau.de, bei spiegel-online gucke ich gar nicht erst. Ich halte das für eine sehr große Sache, daher berichte ich wenigstens hier darüber.

Unglaubliches Unrecht, das endlich anerkannt, und für das sich (wenigstens jetzt), endlich entschuldigt wird. Es wurde Zeit.

[1] Der letzte Premierminister, John Howard, hat mehrfach ausdrücklich eine Entschuldigung verweigert.

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  1. Benimmdich

    „Long walk home“ ist ein prima Film. Und die Entschuldigung habe ich heute morgen auf 1Live hören können.

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